1. 00:00 17th Aug. 2014

    Anmerkungen: 1

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    In Kopenhagen gewesen zu sein ist anno 2014 nichts worauf man sich was einbilden muss. Krethi und Plethi stürmen die Dänische Kapitale als gäbe es Tel Aviv nicht mehr und so trug es auch mich gen Norden. Freilich behaupte ich ja, dass es einem erstarkten arbeitsfetischisierenden Denken, gespeist aus den ökonomischen Krisen der letzten Jahre, geschuldet ist, dass protestantische Länder in den Hitlisten wo man sich kurz oder auch dauerhaft aufhalten will nach oben gepurzelt sind. Wohlstand und gleichzeitig suggerierte Niederschwelligkeit wirken verlockend in Zeiten in denen dem süßen bohèmehaften Leben südlicher Gefielde – dem gemeinhin sowieso unterstellt wird den Dortigen “im Blut” zu liegen – der bittere Makel der Armut anhaftet. 
Und es stimmt schon: Die Menschen in CPH sind mehrheitlich hübsch und blond und dünn und fährt zu einem überwältigend hohen Prozentsatz mit dem Rad. Die Stadt hat den ruhenden Verkehr extrem eingeschränkt da schaut ein Straßenbild gleich ganz anders aus. Täuscht aber nicht darüber hinweg dass Gehsteige irritierend schmal sind und die Ampeltaktung keinen Lenz duldet. Junge Väter schautragen ihre Sprößlinge als hätte es die 50er und ihr vielerorts bis heute nachwirkendes Familienbild nie gegeben. In den Geschäften steht erstaunlich wenig Schund herum und alles – auch Kebabstandl – sind in nüchternem, cleanen Schwarz-Weiß eingerichtet. Ja sogar im stickigen Nationalmuseum wirkt es nicht so widerlich die Künste ehemaliger Kolonien auszustellen weil diese die polaren Völker Grönlands sind und daher leicht durch den angelernten PC-Raster fallen. Warum ich das jetzt alles schreibe? Im Desginmuseum steht diese Skulptur. Es ist nämlich nicht alles nur unverfänglich schöne und perfekte Tischlerarbeit die einen über das eigene Monatsgehalt verzweifeln lässt. Eine sogenannten Würgeschlange also die ein Beutetier verzehrt. Mit Mosaiksteinchen besetzt und so. Find ich super. Mogens Bøggild hat sie erschaffen. Den kennt man nicht, seine Wikipedia-Biografie (also nicht nichts) gibt es nur auf dänisch und schwedisch. Diese Schlange eben hat mich kurz vergessen lassen, dass der Eintritt obszön hoch war obwohl das Gebäude durch den aktuellen Umbau zur Hälfte (?) nicht betreten werden konnte. Perfektion kennt keine Kulanz. 
Am Ende einer Hitzewelle, wenn die Wiesen braun sind und in den Friedhöfen im Bikini herumgelegen wird, mag das Fehlen vieler Klimaanlagen die Stimmung in den Foodie-Tempeln kurz brechen, aber dennoch freuen sich alle am makellosen Kuchen skandinavischer Selbstverständlichkeit mitnaschen zu dürfen. Und sei es nur für ein verlängertes Wochenende.
Alles hat nämlich seinen Preis.

    In Kopenhagen gewesen zu sein ist anno 2014 nichts worauf man sich was einbilden muss. Krethi und Plethi stürmen die Dänische Kapitale als gäbe es Tel Aviv nicht mehr und so trug es auch mich gen Norden. Freilich behaupte ich ja, dass es einem erstarkten arbeitsfetischisierenden Denken, gespeist aus den ökonomischen Krisen der letzten Jahre, geschuldet ist, dass protestantische Länder in den Hitlisten wo man sich kurz oder auch dauerhaft aufhalten will nach oben gepurzelt sind. Wohlstand und gleichzeitig suggerierte Niederschwelligkeit wirken verlockend in Zeiten in denen dem süßen bohèmehaften Leben südlicher Gefielde – dem gemeinhin sowieso unterstellt wird den Dortigen “im Blut” zu liegen – der bittere Makel der Armut anhaftet.
    
Und es stimmt schon: Die Menschen in CPH sind mehrheitlich hübsch und blond und dünn und fährt zu einem überwältigend hohen Prozentsatz mit dem Rad. Die Stadt hat den ruhenden Verkehr extrem eingeschränkt da schaut ein Straßenbild gleich ganz anders aus. Täuscht aber nicht darüber hinweg dass Gehsteige irritierend schmal sind und die Ampeltaktung keinen Lenz duldet. Junge Väter schautragen ihre Sprößlinge als hätte es die 50er und ihr vielerorts bis heute nachwirkendes Familienbild nie gegeben. In den Geschäften steht erstaunlich wenig Schund herum und alles – auch Kebabstandl – sind in nüchternem, cleanen Schwarz-Weiß eingerichtet.
    Ja sogar im stickigen Nationalmuseum wirkt es nicht so widerlich die Künste ehemaliger Kolonien auszustellen weil diese die polaren Völker Grönlands sind und daher leicht durch den angelernten PC-Raster fallen.
    Warum ich das jetzt alles schreibe? Im Desginmuseum steht diese Skulptur. Es ist nämlich nicht alles nur unverfänglich schöne und perfekte Tischlerarbeit die einen über das eigene Monatsgehalt verzweifeln lässt. Eine sogenannten Würgeschlange also die ein Beutetier verzehrt. Mit Mosaiksteinchen besetzt und so. Find ich super. Mogens Bøggild hat sie erschaffen. Den kennt man nicht, seine Wikipedia-Biografie (also nicht nichts) gibt es nur auf dänisch und schwedisch.
    Diese Schlange eben hat mich kurz vergessen lassen, dass der Eintritt obszön hoch war obwohl das Gebäude durch den aktuellen Umbau zur Hälfte (?) nicht betreten werden konnte. Perfektion kennt keine Kulanz.

    Am Ende einer Hitzewelle, wenn die Wiesen braun sind und in den Friedhöfen im Bikini herumgelegen wird, mag das Fehlen vieler Klimaanlagen die Stimmung in den Foodie-Tempeln kurz brechen, aber dennoch freuen sich alle am makellosen Kuchen skandinavischer Selbstverständlichkeit mitnaschen zu dürfen. Und sei es nur für ein verlängertes Wochenende.

    Alles hat nämlich seinen Preis.

     
  2. 00:22 19th Juni 2014

    Anmerkungen: 1

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    Holy! Das hat extrem viel mit diesem Murano-Schas zu tun den es als Souvenirs in den Touri-Ramschläden aller einbalsamierten Innenstädte südlich von Narvik zu kaufen gibt und ist dennoch ganz ganz großartig. Paul Stankard bläst schnödes Glas zu diesen phantastischen Wunderdingen und sagt so Sachen wie I am interested in integrating mysticism with botanical realism giving the glass organic credibility. Er schreibt aber auch Gedichte. Über Honigbienen zum Beispiel.
Das muss man freilich mögen.

    Holy! Das hat extrem viel mit diesem Murano-Schas zu tun den es als Souvenirs in den Touri-Ramschläden aller einbalsamierten Innenstädte südlich von Narvik zu kaufen gibt und ist dennoch ganz ganz großartig.
    Paul Stankard bläst schnödes Glas zu diesen phantastischen Wunderdingen und sagt so Sachen wie I am interested in integrating mysticism with botanical realism giving the glass organic credibility.
    Er schreibt aber auch Gedichte. Über Honigbienen zum Beispiel.

    Das muss man freilich mögen.

     
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    Eine Lampe aus Bergkristall mit futuristischem Sockel. Gustave Miklos hat sie in den 20ern des letzten Jahrhunderts designed. Um 91,500 EUR wurde sie versteigert. Wer hat der hat. 
Via.

    Eine Lampe aus Bergkristall mit futuristischem Sockel.
    Gustave Miklos hat sie in den 20ern des letzten Jahrhunderts designed. Um 91,500 EUR wurde sie versteigert. Wer hat der hat.

    Via.

     
  4. 20:21 2nd Juni 2014

    Anmerkungen: 27

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    Gregory Halili macht sowas. Tropical Goth, quasi.
Geil.

    Gregory Halili macht sowas. Tropical Goth, quasi.

    Geil.

     
  5. 14:01 28th Mai 2014

    Anmerkungen: 5

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    Die Zeiten wo Design-Märkte rare Angelegen waren sind seit langem vorbei. Kaum ein Tag wo einem nicht via Facebook-Einladung die Lieblingsflohmärkte und Pop-Up-Shop-Openings und Zwischennutzungshappenings mit Performance und Rave um die Ohren geknallt werden. Die Qualität hat sich bei den etablierten Veranstaltungen mittlerweile dem “Schmuck aus Nescafékapseln”-Niveau enthoben. Immer dabei jedoch eine mobile DJ-Einheit mit zeitgenössisch gefüllter Spotify-Liste und diese selbstkreierten kleine Kuchen, die, in einer tassenähnlichen Backform gebacken und mit einem Guss oder einer Cremehaube verziert, darauf waren von schlacksigen jungen Menschen in betont schlecht passender oversized Kleidung gegessen zu werden. Man trägt auch gerne Hauben, obwohl es durchaus Hitzen hat. Filterkaffee wird getrunken.
Klische olé.
Damit die Sache nicht ganz so trist wird gibt’s jetzt hier dieses Bullshit-Bingo zum ausdrucken. Ihr wisst was zu tun ist: Alkohol eurer Wahl in einem Flachmann aufs Gelände schmuggeln und jedes mal einen kräftigen Schluck trinken wenn einer der Begriffe zu sehen ist. #YOLO
Gerngeschehen.

    Die Zeiten wo Design-Märkte rare Angelegen waren sind seit langem vorbei. Kaum ein Tag wo einem nicht via Facebook-Einladung die Lieblingsflohmärkte und Pop-Up-Shop-Openings und Zwischennutzungshappenings mit Performance und Rave um die Ohren geknallt werden. Die Qualität hat sich bei den etablierten Veranstaltungen mittlerweile dem “Schmuck aus Nescafékapseln”-Niveau enthoben. Immer dabei jedoch eine mobile DJ-Einheit mit zeitgenössisch gefüllter Spotify-Liste und diese selbstkreierten kleine Kuchen, die, in einer tassenähnlichen Backform gebacken und mit einem Guss oder einer Cremehaube verziert, darauf waren von schlacksigen jungen Menschen in betont schlecht passender oversized Kleidung gegessen zu werden. Man trägt auch gerne Hauben, obwohl es durchaus Hitzen hat. Filterkaffee wird getrunken.

    Klische olé.

    Damit die Sache nicht ganz so trist wird gibt’s jetzt hier dieses Bullshit-Bingo zum ausdrucken. Ihr wisst was zu tun ist: Alkohol eurer Wahl in einem Flachmann aufs Gelände schmuggeln und jedes mal einen kräftigen Schluck trinken wenn einer der Begriffe zu sehen ist. #YOLO

    Gerngeschehen.

     
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    Gell, übers The Plant motschkern und dann The Garden Edit featuren. Zur Selbstverteidigung sage ich reflexiv Äpfel und Birnen! denn dort gibt es Übertöpfe die Trypophobikern in Angst und Schrecken versetzen und auch Saatgut aus Hipsterhausen das aussieht wie eine Parfumverpackung und wo dann so Krampf steht wie The collection contains species with a graphic and dramatic character that will result in a natural and less structured feeling. Into The Night is dramatic, dark and graphic with intense flowering varieties. Außerdem eine Auböck-Gießkanne und selbstverständlich die tausenddritte Fotostrecke von Menschen in betont unaufgeräumt inszenierten Ungebungen mit Instagramfilter. 
Aber ich mach mir hier nichts vor. Würde ich (jetzt und nicht mit 17) zufällig in einen Laden stolpern wo es es all das gibt, was die Homepage feilbietet wäre ich weniger euphorisch und würde es als Boboscheiße aburteilen. Nennen wir es den Manufactum-Effekt. 
So erfreue ich mich bis auf Widerruf an den Bildern und der Auswahl und tue so als könnte ich mir all das leisten was mir gefällt.

    Gell, übers The Plant motschkern und dann The Garden Edit featuren. Zur Selbstverteidigung sage ich reflexiv Äpfel und Birnen! denn dort gibt es Übertöpfe die Trypophobikern in Angst und Schrecken versetzen und auch Saatgut aus Hipsterhausen das aussieht wie eine Parfumverpackung und wo dann so Krampf steht wie The collection contains species with a graphic and dramatic character that will result in a natural and less structured feeling. Into The Night is dramatic, dark and graphic with intense flowering varieties.
    Außerdem eine Auböck-Gießkanne und selbstverständlich die tausenddritte Fotostrecke von Menschen in betont unaufgeräumt inszenierten Ungebungen mit Instagramfilter.

    Aber ich mach mir hier nichts vor. Würde ich (jetzt und nicht mit 17) zufällig in einen Laden stolpern wo es es all das gibt, was die Homepage feilbietet wäre ich weniger euphorisch und würde es als Boboscheiße aburteilen. Nennen wir es den Manufactum-Effekt.

    So erfreue ich mich bis auf Widerruf an den Bildern und der Auswahl und tue so als könnte ich mir all das leisten was mir gefällt.

     
  7. 14:01 20th Mai 2014

    Anmerkungen: 18

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    Mikrobonsais sind hauptsächlich deswegen so verehrt weil es wirklich wirklich schwierig ist sie zu kultivieren. Das 1x1 der Begehrlichkeiten, jedes mal wieder faszinierend.

    Mikrobonsais sind hauptsächlich deswegen so verehrt weil es wirklich wirklich schwierig ist sie zu kultivieren. Das 1x1 der Begehrlichkeiten, jedes mal wieder faszinierend.

     
  8. 14:54 19th Mai 2014

    Anmerkungen: 7

    Dunkel gebeizt passt dieser Kasten in jedes absurde Wohnzimmer und in diverse David Cronenberg Filme. Ich bin begeistert!
Preis auf Anftage.Ich trau mich nicht.

    Dunkel gebeizt passt dieser Kasten in jedes absurde Wohnzimmer und in diverse David Cronenberg Filme. Ich bin begeistert!

    Preis auf Anftage.
    Ich trau mich nicht.

     
  9. 22:46 15th Mai 2014

    Anmerkungen: 1

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    Eine Villa in Amerika. Für $35 Million. Man kann guten Geschmack schließlich nicht mit schnödem Mammon beziffern.

    Eine Villa in Amerika. Für $35 Million. Man kann guten Geschmack schließlich nicht mit schnödem Mammon beziffern.

     
  10. 14:01 10th Mai 2014

    Anmerkungen: 1

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    Es gibt ja mittlerweile eine endlos scheinende Zahl an Onlinepräsenzen die mit stylischen Fotos in die Wohnungen fremder Menschen jenseits der Klatschspalten blicken lassen. Egal ob von Berlin aus oder den Vereinigten Staaten es geht un das eine Prinzip: Menschen leben wo und weiten ihr Inneres auf ihre nächte Umgebung aus. Das Ganze hat dann, zumindest auf den ersten Blick, nichts mit mitunter klinischen Hochglanzstrecken eines AD zu tun (die ich allerdings auch sehr schätze für das was sie wollen). Der japanische Lifecycling-Blog stellt da in seinen Ambitionen keine Ausnahme dar. Er begibt sich allerdings nicht in die Falle eines Apartemento, betont “uninszenierte” Wohnungen abzubilden (Etwas das ich zwar mag, aber es erstarrt zusehends zum Selbstzweck; und wie man weiß gibt es keine Nicht-Inszenierung. Außerdem geht mir die Terry Richardson-Optik am Oasch) von Menschen denen der Sinn nach anderem steht als industriedesignästhetische Fragestellungen sondern portraitiert durchaus Personen die mit Gestaltung zu tun haben.
Wie es sich gehört wurde eine würdige Auswahl als Buch publiziert und versucht, wie ich finde, erfolgreich, ein bisschen zu inspirieren.

    Es gibt ja mittlerweile eine endlos scheinende Zahl an Onlinepräsenzen die mit stylischen Fotos in die Wohnungen fremder Menschen jenseits der Klatschspalten blicken lassen. Egal ob von Berlin aus oder den Vereinigten Staaten es geht un das eine Prinzip: Menschen leben wo und weiten ihr Inneres auf ihre nächte Umgebung aus. Das Ganze hat dann, zumindest auf den ersten Blick, nichts mit mitunter klinischen Hochglanzstrecken eines AD zu tun (die ich allerdings auch sehr schätze für das was sie wollen).
    Der japanische Lifecycling-Blog stellt da in seinen Ambitionen keine Ausnahme dar. Er begibt sich allerdings nicht in die Falle eines Apartemento, betont “uninszenierte” Wohnungen abzubilden (Etwas das ich zwar mag, aber es erstarrt zusehends zum Selbstzweck; und wie man weiß gibt es keine Nicht-Inszenierung. Außerdem geht mir die Terry Richardson-Optik am Oasch) von Menschen denen der Sinn nach anderem steht als industriedesignästhetische Fragestellungen sondern portraitiert durchaus Personen die mit Gestaltung zu tun haben.

    Wie es sich gehört wurde eine würdige Auswahl als Buch publiziert und versucht, wie ich finde, erfolgreich, ein bisschen zu inspirieren.