Wie immer befällt mich leichtes Unbehagen wenn ich die künstlerischen Äußerungen außereuropäischer Kulturen, auf Metallsockel gespießt, in sogenannten westlichen Wohnzimmern herumstehen sehe.
Damit bin ich aber wohl nicht mehrheitsfähig. Buddhas finden sich in jedem drittklassigen Einrichtungsdiscounter und beim Otto-Versand kann man konsequenterweise Colonial Style anwählen. (Mutmaßlich) ohne sich irgendwas dabei zu denken.
Vermutlich stört mich, dass, auch wenn von “Stammeskunst” die Rede ist, doch kaum jemand “echte Kunst” meint. Die kommt nämlich landläufig aus Europa und nicht – absichtlich überspitzt formuliert – aus dem Urwald.
Artefakte von, sagen wir, ozeanischen Gesellschaften werden deshalb weniger als geistige Leistung und zielgerichtete Kreativität wahrgenommen sondern als dekorative Holzschnitzerei. Die man dann auch ins Wohnzimmer stellen kann. So neben die Couch, gleich bei der Lavalampe. Die 60er findet man nämlich auch toll. Sexuelle Revolution und so. Die war zwar erst ganz zum Schluss … aber scheiß drauf.





![Auf die Mailänder Möbelmesse habe ich es heuer wieder nicht geschafft. Das Internet natürlich schon. Gut. So sehe ich jetzt was ich versäumt habe. Diesen Bambi-Sessel zum Beispiel. Kommt aus Japan (klar) und es lässt sich keine Bezugsquelle herausfinden (auch klar).[edit] Hier gibt’s ihn! Bevor man translate.google anwirft: 1,00 Euro (EUR) entsprechen übrigens 98,90 Japanischer Yen (JPY).
Via.](http://24.media.tumblr.com/tumblr_m3x7u4jylV1r9sq5lo1_400.jpg)


